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Vier Produkttypen – jeder für ein anderes Anforderungsprofil

„Handstretchfolie" ist nicht ein einzelnes Produkt, sondern eine Produktfamilie mit vier verschiedenen Typen, die sich in Folienstärke, Dehnverhalten und Zusatzfunktion unterscheiden. Die Wahl des richtigen Typs hängt davon ab, was auf der Palette liegt, wer wickelt und ob die Palette Sichtschutz braucht.

Typ Stärke Prinzip Empfohlen für
Standard transparent 17–23 µm Klassische Handstretchfolie, wird beim Wickeln manuell gedehnt Der Allround – deckt 80 % aller Paletten ab
Vorgedehnt 8 µm Im Werk vorgestreckt, braucht kaum Kraft beim Wickeln Leichte Paletten, kraftsparendes Arbeiten, weniger geübte Mitarbeiter
Premium 12 µm Hochleistungsfolie mit optimiertem Schichtaufbau Höhere Rückhaltekraft bei weniger Material, erfahrene Anwender
Schwarz opak 20 µm Wie Standard, aber vollständig blickdicht Hochwertige, vertrauliche oder diebstahlgefährdete Ware

Standard transparent (17–23 µm): Der Einstieg und der Dauerbrenner

Die Standardfolie in 17, 20 oder 23 µm ist die Handstretchfolie, mit der die meisten Betriebe arbeiten. Sie wird beim Wickeln manuell gedehnt – je kräftiger der Zug, desto straffer die Wicklung, desto höher die Rückhaltekraft. Die Folienstärke bestimmt, wie viel Rückhaltekraft pro Wicklung entsteht und wie widerstandsfähig die Folie gegen Durchstoß und Kantenbeanspruchung ist.

20 µm ist der Default-Einstieg: Funktioniert für die meisten Palettenprofile, vom Kartonturm bis zur gemischten Palette. 23 µm für schwere Paletten über 800 kg, scharfkantige Ware (Metallteile, Holzkisten) und lange Transportwege. 17 µm für leichte bis mittelschwere Paletten mit gleichmäßiger Beladung, wenn Material gespart werden soll. Im Sortiment stehen acht Varianten in verschiedenen Breiten und Stärken – von 420 mm x 600 m (8 µm vorgedehnt) bis 500 mm x 300 m (23 µm).

Vorgedehnte Handstretchfolie (8 µm): Weniger Kraft, weniger Material

Vorgedehnte Folie wird im Herstellungsprozess bereits gestreckt und auf diesem Zustand fixiert. Beim Wickeln muss der Mitarbeiter die Folie kaum noch dehnen – die Rückstellkraft entsteht nicht durch manuelle Dehnung, sondern durch die ab Werk eingebaute Spannung. Die Folie zieht sich nach dem Anlegen an die Palette zusammen und erzeugt Rückhaltekraft fast von selbst.

Der Effekt in der Praxis: Eine 8-µm-vorgedehnte Folie (420 mm x 600 m) liefert eine Rückhaltekraft, die mit einer konventionellen 17–20-µm-Folie vergleichbar ist – bei weniger als der Hälfte der Materialstärke und mit deutlich weniger körperlicher Anstrengung beim Wickeln. Das spart Material (dünnere Folie, weniger Kunststoff pro Palette), spart Kraft (relevant bei 10+ Paletten am Tag) und erhöht die Wickelkonsistenz (die Folie „arbeitet" gleichmäßig, unabhängig von der Tagesform des Mitarbeiters).

Die 600 m Lauflänge – doppelt so lang wie die meisten Standardrollen (300 m) – bedeutet: halb so viele Rollenwechsel. Und die 420 mm Rollenbreite (statt 500 mm) spart weiteres Material bei Standard-Europaletten, die mit 420 mm genauso sicher gewickelt werden wie mit 500 mm, wenn die Überlappung der Wickellagen stimmt.

Premium-Handstretchfolie (12 µm): Mehr Leistung pro Mikrometer

Die Premium-Variante (500 mm x 300 m, 12 µm) sitzt zwischen der vorgedehnten 8-µm-Folie und der Standard-17-µm-Folie. Sie ist nicht vorgedehnt – sie wird beim Wickeln konventionell gedehnt, wie eine Standardfolie. Aber ihr Mehrschichtaufbau und die optimierte Polymerrezeptur liefern bei 12 µm eine Rückhaltekraft, die einer dickeren Standardfolie nahekommt.

Die Premium-Folie ist die richtige Wahl für erfahrene Anwender, die wissen, wie man Handstretchfolie gleichmäßig dehnt, und die den Materialverbrauch senken wollen, ohne auf vorgedehnte Folie umzusteigen. Sie erfordert eine saubere Wickeltechnik – bei zu wenig Dehnung hält sie nicht, bei zu viel reißt sie schneller als eine 20-µm-Folie. Für geübte Hände ist sie die wirtschaftlichste Handstretchfolie im Sortiment.

Schwarze opake Handstretchfolie (20 µm): Sichtschutz beim Wickeln

Die schwarze Variante ist funktional identisch mit der transparenten 20-µm-Standardfolie – dieselbe Grundmechanik, dieselbe Wickeltechnik, derselbe 50-mm-Kern. Der Unterschied: vollständige Blickdichtigkeit. Die Palette zeigt von außen nicht, was draufliegt. Kartonbeschriftungen, Markennamen, Produktfotos auf den Kartons – alles verdeckt.

Typische Einsatzbereiche: Elektronik-Distribution (Diebstahlprävention auf dem Transportweg), Pharma-Logistik (vertrauliche Sendungen), Automotive-Zulieferung (Wettbewerbsschutz), Markenware (Graumarkt-Prävention), Lagerkommissionierung (nicht jeder Mitarbeiter soll den Paletteninhalt kennen). Die schwarze Folie kostet etwas mehr pro Rolle als die transparente – aber der Sichtschutz lässt sich nicht nachrüsten. Wenn die Palette blickdicht sein muss, ist schwarz die einzige Option.

Breite wählen: 420, 450 oder 500 mm?

Handstretchfolien gibt es in drei Rollenbreiten. Die Breitenwahl beeinflusst den Materialverbrauch pro Palette, die Wickelgeschwindigkeit und die Abdeckung pro Umlauf:

Breite Abdeckung pro Umlauf Empfohlen für
420 mm Schmaler – mehr Umläufe für volle Abdeckung Leichte Paletten, vorgedehnte Folie, Materialeinsparung
450 mm Mittel Standard-Europaletten, guter Kompromiss
500 mm Breit – weniger Umläufe für volle Abdeckung Hohe Paletten, schwere Ladung, schnelles Wickeln

Die gängigste Breite ist 500 mm – sie deckt bei einer Standard-Europalette (1.200 x 800 mm, 1.500 mm Ladungshöhe) mit ca. 3–4 Umläufen aufwärts die gesamte Seitenfläche ab. 450 mm braucht einen Umlauf mehr für dieselbe Abdeckung, spart aber etwas Material. 420 mm ist die schmalste Variante und wird typischerweise mit der vorgedehnten 8-µm-Folie kombiniert, wo die geringe Materialstärke den Mehrumlauf mehr als kompensiert.

Die Breite hat auch einen ergonomischen Aspekt: Eine 500-mm-Rolle ist etwas schwerer und voluminöser als eine 420-mm-Rolle. Bei 20+ Paletten am Tag kann der Gewichtsunterschied über die Schicht spürbar werden. Die schmalere Rolle ist leichter in der Hand – ein Vorteil, der bei der vorgedehnten Folie (die ohnehin weniger Kraft beim Dehnen braucht) den Gesamtkomfort weiter verbessert.

Wie viel Folie pro Palette? Richtwerte für die Bestellplanung

Der Folienverbrauch pro Palette hängt von der Palettengröße, der Wickeltechnik, der Folienstärke und der gewünschten Lagenzahl ab. Richtwerte für eine Standard-Europalette (1.200 x 800 mm, 1.500 mm Ladungshöhe, 3 Umläufe rauf + 3 runter):

Folie Ca. Verbrauch pro Palette Paletten pro Rolle
Standard 20 µm (500 x 300 m) 20–35 m 8–15
Vorgedehnt 8 µm (420 x 600 m) 25–40 m (dünnere Folie, mehr Umläufe) 15–24
Premium 12 µm (500 x 300 m) 20–30 m 10–15
Schwarz 20 µm (500 x 300 m) 20–35 m 8–15

Bei 10 Paletten am Tag und einem Durchschnittsverbrauch von 25 m pro Palette hält eine 300-m-Standardrolle ca. 1,5 Tage – bei einer vorgedehnten 600-m-Rolle ca. 2,5 Tage. Die längere Rolle spart Rollenwechsel, die dünnere Folie spart Material. Welcher Effekt stärker wiegt, hängt vom Betrieb ab: Bei hohem Volumen zählen Rollenwechsel mehr, bei hohen Folienkosten zählt die Materialersparnis mehr.

Wickeltechnik: Was die Qualität der Handwicklung bestimmt

Auch die beste Folie nützt wenig, wenn die Wickeltechnik nicht stimmt. Die drei häufigsten Fehler beim Handwickeln – und wie man sie vermeidet:

Zu wenig Dehnung

Wenn die Folie zu locker gewickelt wird (zu wenig Zug beim Wickeln), entsteht kaum Rückstellkraft. Die Folie liegt am Anfang stramm, aber nach wenigen Stunden Transport hat sie sich gelockert – die Ladung verrutscht. Die Lösung: Bewusst gegen den Abrollwiderstand des Abrollers ziehen und die Folie sichtbar strecken. Bei vorgedehnter Folie ist das weniger kritisch, weil die Rückstellkraft ab Werk eingebaut ist – aber ein Minimum an Zug ist auch hier nötig.

Zu wenige Wickellagen am Palettenfuß

Die meisten Wicklungsfehler passieren am Übergang zwischen Palette und Ladung. Hier wirken beim Transport die größten Kräfte (Bremsmanöver erzeugen Scherkräfte am Palettenfuß), und hier löst sich die Wicklung zuerst. Die Lösung: Zwei bis drei zusätzliche Wicklungen am Palettenfuß (die unteren 10–15 cm der Ladung), die den Übergang verstärken.

Ungleichmäßige Überlappung

Wenn die Wickellagen sich nicht gleichmäßig überlappen (mal 50 % Überlappung, mal 10 %), entstehen schwache Stellen, an denen die Folie nur einlagig ist. An diesen Stellen reißt die Folie unter Belastung zuerst. Die Lösung: Gleichmäßig um die Palette gehen, die Folie mit konstanter Überlappung (ca. 50 %) von unten nach oben führen, dann genauso zurück. Ein Wickelgerät mit kontrolliertem Abrollwiderstand hilft, die Geschwindigkeit und damit die Überlappung konstant zu halten.

Handstretchfolie und Palettengewicht: Wann welche Stärke?

Die Folienstärke muss zum Palettengewicht passen. Eine zu dünne Folie auf einer zu schweren Palette reißt beim Transport oder verliert ihre Rückhaltekraft unter den dynamischen Kräften. Eine zu dicke Folie auf einer leichten Palette verschwendet Material ohne Sicherheitsgewinn.

Palettengewicht (ca.) Empfohlene Handstretchfolie
Bis 300 kg Vorgedehnt 8 µm oder Standard 17 µm
300–600 kg Standard 17–20 µm oder Premium 12 µm
600–900 kg Standard 20 µm
Über 900 kg Standard 23 µm
Scharfe Kanten, unregelmäßige Form Standard 23 µm (höchste Durchstoßfestigkeit)

Diese Richtwerte gelten für Standard-Europaletten mit normaler Beladung und innerdeutschem LKW-Transport. Für Seetransport, offene Ladefläche, häufiges Umladen oder extreme Klimabedingungen empfehlen wir eine Stärke höher als die Tabelle angibt – oder den Umstieg auf Maschinenstretchfolie, die durch kontrollierte Vordehnung auch mit dünnerer Folie höhere Rückhaltekräfte erzielt.

Handstretchfolie richtig lagern

Stretchfolie ist ein PE-Produkt und grundsätzlich langlebig – aber falsche Lagerung kann die Folieneigenschaften beeinträchtigen:

Stehend lagern, nicht liegend. Rollen, die auf der Seite liegen, verformen sich unter ihrem eigenen Gewicht – die Folie wird auf der Auflagefläche komprimiert, was zu ungleichmäßigem Abrollverhalten führen kann. Aufrecht stehend auf dem Kern bleibt die Rollengeometrie intakt.

Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. UV-Strahlung macht PE auf Dauer spröde. In einem normalen Lager (Innenbereich, kein Fensterplatz) ist das kein Thema. Auf der Laderampe im Sommer schon – dort sollten Folienrollen nicht wochenlang stehen.

Nicht unter schweren Gegenständen stapeln. Der Kern der Handstretchfolie (50 mm Pappe) verformt sich unter hoher Punktbelastung. Verformter Kern = Rolle dreht nicht mehr sauber im Abroller. Rollen nebeneinander statt übereinander lagern, oder nur wenige Lagen hoch stapeln.

Wann von Handstretchfolie auf Maschinenstretchfolie umsteigen?

Die Handstretchfolie hat eine natürliche Obergrenze: Ab ca. 15–20 Paletten am Tag wird das manuelle Wickeln zum Engpass – nicht weil die Folie nicht reicht, sondern weil der Zeitaufwand (1–3 Minuten pro Palette) und die körperliche Belastung (10–15 kg Folie pro Schicht gedehnt und um die Palette getragen) den Mitarbeiter bremsen. Die Wickelqualität schwankt über den Tag, der Folienverbrauch ist höher als bei maschineller Vordehnung, und die Personalkosten für die Wickelzeit übersteigen irgendwann die Investition in eine Wickelmaschine.

Der Umstieg auf Maschinenstretchfolie erfordert eine Wickelmaschine (Drehteller- oder Dreharm-Wickler) – eine Investition von mehreren tausend Euro, die sich bei 20+ Paletten am Tag innerhalb weniger Monate amortisiert. Die Maschinenfolie selbst (12–23 µm, Rollen bis 2.650 m) finden Sie in unserer Kategorie Maschinenstretchfolien.

Zwischen dem einfachen Handabroller und der Wickelmaschine gibt es eine Zwischenstufe: das verchromte Metall-Wickelgerät in unserer Kategorie Wickelgeräte und Schrumpfgeräte. Es verbessert die Wickelqualität und die Ergonomie gegenüber dem Kunststoff-Handabroller und verschiebt den Punkt, ab dem die Maschine nötig wird, nach oben – von ca. 15 auf ca. 25–30 Paletten am Tag.

Alle Handstretchfolien im Sortiment

Produkt Breite x Länge Stärke Typ
Handstretchfolie vorgedehnt 420 mm x 600 m 8 µm Vorgedehnt
Handstretchfolie Premium 500 mm x 300 m 12 µm Premium (Mehrschicht)
Handstretchfolie Standard 450 mm x 300 m 17 µm Standard transparent
Handstretchfolie Standard 450 mm x 300 m 20 µm Standard transparent
Handstretchfolie Standard 500 mm x 270 m 17 / 20 / 23 µm Standard transparent
Handstretchfolie Standard 500 mm x 300 m 12 / 23 µm Standard transparent
Handstretchfolie schwarz 500 mm x 300 m 20 µm Opak schwarz

Nachhaltigkeit bei Handstretchfolie: Material sparen beginnt bei der Wahl

Der größte Nachhaltigkeitshebel bei Handstretchfolie ist die Materialreduktion – weniger Folie pro Palette, ohne die Ladungssicherung zu kompromittieren. Drei Ansätze, absteigend nach Wirksamkeit:

Vorgedehnte Folie einsetzen. Eine 8-µm-vorgedehnte Folie ersetzt eine 17–20-µm-Standardfolie – weniger als die Hälfte des Materialeinsatzes bei vergleichbarer Rückhaltekraft. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die ein Betrieb ohne Investition in Maschinen umsetzen kann.

Folienstärke an die Palette anpassen. Nicht jede Palette braucht 23 µm. Eine leichte 200-kg-Palette mit gleichmäßig gestapelten Kartons ist mit 17 µm genauso sicher – und spart 26 % Kunststoff pro Palette gegenüber 23 µm.

Wickeltechnik verbessern. Gleichmäßigere Dehnung, richtige Überlappung, korrekte Lagenzahl – eine saubere Wickeltechnik braucht weniger Umläufe für dieselbe Rückhaltekraft. Ein Metall-Wickelgerät statt eines Kunststoff-Handabrollers verbessert die Wickelkonsistenz und reduziert den Folienverbrauch pro Palette um geschätzt 10–15 %.

Alle Handstretchfolien bestehen aus sortenreinem PE (LLDPE) und sind nach Gebrauch über die PE-Wertstoffsammlung recycelbar.