
Schrumpffolien – die geschlossene Palettenhülle durch Wärmeschrumpfung
Schrumpffolie schützt Paletten dort, wo Stretchfolie an ihre Grenzen stößt: vollständig geschlossene Hülle von oben und allen Seiten, formstabil auch ohne dauerhafte Spannung, manipulationssicher und witterungsbeständig. Im Sortiment: Halbschlauch-Schrumpffolie von der Rolle (4.200 mm, 150 µm, für flexible Palettengrößen) und vorgeformte Schrumpfhauben (1.250/850 x 1.600 mm, 125 µm, für Europaletten-Standardformat). Verarbeitung mit den RIPACK-Schrumpfbrennern aus der Kategorie Wickelgeräte und Schrumpfgeräte.

Halbschlauch Schrumpffolie, 4200 mm x 100 m, 150 my
Wie Schrumpffolie funktioniert – und warum sie anders schützt als Stretchfolie
Stretchfolie wird um die Palette gewickelt und hält durch elastische Dehnung. Schrumpffolie wird über die Palette gestülpt und dann mit Hitze behandelt – die Folie zieht sich unter Wärmeeinwirkung zusammen und schmiegt sich passgenau an die Palettenkontur an. Das Ergebnis ist grundverschieden:
Stretchfolie erzeugt eine offene Wicklung: Die Seiten sind umwickelt, die Oberseite ist frei. Die Rückhaltekraft entsteht durch die elastische Spannung der Folie – lässt die Spannung nach (über Wochen, bei Temperaturschwankungen), lockert sich die Wicklung. Und die Oberseite bleibt ungeschützt gegen Regen, Staub und Zugriff von oben.
Schrumpffolie erzeugt eine geschlossene Hülle: Oberseite und alle vier Seiten sind abgedeckt. Die Rückhaltekraft entsteht nicht durch Spannung, sondern durch Formschluss – die Folie liegt nach dem Schrumpfen eng an und bleibt in dieser Form, auch ohne dauerhafte elastische Kraft. Kein Nachlassen über die Zeit, kein Lockern bei Temperaturschwankungen.
| Eigenschaft | Stretchfolie | Schrumpffolie |
|---|---|---|
| Prinzip | Dehnung → elastische Rückhaltekraft | Wärmeschrumpfung → Formschluss |
| Hülle | Offen (Oberseite frei) | Geschlossen (alle Seiten + oben) |
| Wetterschutz | Seitlich ja, oben nein | Vollständig |
| Manipulationsschutz | Gering (abwickelbar) | Hoch (nicht unbemerkt zu öffnen) |
| Formstabilität über Zeit | Nachlassend (Spannung entspannt sich) | Dauerhaft (Formschluss bleibt) |
| Folienstärke | 8–23 µm | 125–150 µm |
| Verarbeitung | Wickeln (Hand/Maschine) | Aufziehen + Hitze (Schrumpfbrenner) |
| Geschwindigkeit | 30 Sek. – 3 Min. pro Palette | 2–5 Min. pro Palette |
| Kosten pro Palette | Niedriger | Höher (dickere Folie + Gasverbrauch) |
Für 80–90 % aller innerdeutschen Palettenversendungen reicht Stretchfolie: schneller, günstiger, ausreichend. Schrumpffolie kommt zum Einsatz, wenn die Palette mehr braucht: geschlossene Oberseite (Wetterschutz), dauerhafte Formstabilität (Langzeitlagerung), Manipulationsschutz (hochwertige oder vertrauliche Ware) oder besondere Robustheit (schwere, scharfkantige Ladung).
Halbschlauch oder Schrumpfhaube? Die zwei Produkttypen
Beide Produkte erzeugen dasselbe Ergebnis – eine geschrumpfte Folienhülle um die Palette. Sie unterscheiden sich in der Konfektionierung und im Arbeitsablauf:
| Eigenschaft | Halbschlauch (Rolle) | Schrumpfhaube (vorgeformt) |
|---|---|---|
| Konfektionierung | Endlosrolle, 4.200 mm breit, 100 m lang | Fertig zugeschnitten, 1.250/850 x 1.600 mm |
| Folienstärke | 150 µm | 125 µm |
| Vorbereitung | Messen, abrollen, abschneiden, aufziehen | Aus dem Stapel nehmen, aufziehen |
| Flexibilität | Jede Palettengröße und -höhe | Ein Standardformat (Europalette) |
| Zeitbedarf pro Palette | 3–5 Minuten (Zuschnitt + Schrumpfen) | 2–3 Minuten (nur Aufziehen + Schrumpfen) |
| Verschnitt | Möglich (bei ungenauen Zuschnitten) | Keiner (exakte Größe) |
| Empfohlen für | Wechselnde Palettenformate, Sondergrößen | Standardisierte Europaletten, hoher Durchsatz |
Die Entscheidung hängt von einem einzigen Kriterium ab: Wird immer dasselbe Palettenformat geschrumpft? Dann Schrumpfhauben – schneller, kein Verschnitt, reproduzierbarer. Wechseln die Palettenformate und -höhen? Dann Halbschlauch von der Rolle – flexibel, auf jede Größe zuschneidbar, für Sonderformate die einzige Option.
Manche Betriebe nutzen beides parallel: Schrumpfhauben für die Standard-Europaletten (der Großteil des Volumens), Halbschlauch für gelegentliche Sondergrößen (Industriepaletten, Übergrößen, Doppelstapel). Das minimiert den Zeitaufwand beim Standardgeschäft und bewahrt die Flexibilität für Ausnahmen.
Wann Schrumpffolie die richtige Wahl ist
Schrumpffolie ist teurer pro Palette als Stretchfolie (dickere Folie + Gasverbrauch für den Brenner + mehr Arbeitszeit), bietet aber Schutzleistungen, die Stretchfolie nicht bieten kann. Fünf Szenarien, in denen der Mehrpreis gerechtfertigt ist:
Outdoor-Lagerung und offene Laderampen
Paletten, die Stunden oder Tage im Freien stehen – auf der Laderampe, im Speditionshof, im Außenlager. Stretchfolie schützt seitlich, aber Regen und Schnee fallen von oben durch die offene Wicklung auf die Ware. Schrumpffolie schließt die Palette komplett – kein Wasser dringt ein, weder von oben noch von den Seiten.
Langzeitlagerung
Saisonware, Reservebestand, Archivware – Paletten, die Monate oder Jahre stehen. Stretchfolie verliert über Wochen ihre Spannung: Die Wicklung lockert sich, die Ladung verschiebt sich, Staub dringt ein. Eine geschrumpfte Hülle bleibt formstabil – auch nach einem Jahr sieht die Palette aus wie am ersten Tag.
Manipulationsschutz für hochwertige Ware
Elektronik, Pharma, Tabak, Spirituosen – Ware, die auf dem Transportweg gegen unbefugten Zugriff geschützt werden muss. Stretchfolie kann abgewickelt und wieder aufgewickelt werden, ohne dass es auffällt. Eine geschrumpfte Hülle nicht: Jeder Eingriff hinterlässt sichtbare Spuren – Schnitte, Risse, Verformungen. Für Unternehmen, deren Kunden Originalversiegelung erwarten, ist Schrumpffolie die sichtbare Garantie.
Schwere und scharfkantige Paletten
Maschinenteile, Stahlprodukte, Baustoffe, Holzkisten – Paletten, bei denen Stretchfolie unter dem Gewicht nachgibt oder an den Kanten reißt. Schrumpffolie mit 125–150 µm Stärke ist fünf- bis zehnmal dicker als Stretchfolie und widersteht Kantenbelastungen, die dünne Wickelfolie durchstoßen würden. Die 150-µm-Halbschlauchfolie ist die robusteste Folienhülle im Sortiment.
Formstabile Sicherung unregelmäßiger Ladungen
Ladungen, die keine gleichmäßige Palettenform haben – Maschinenteile, Baustoffe, sperrige Einzelstücke, Mischpaletten mit stark unterschiedlichen Kartonformaten. Stretchfolie drückt von außen gegen die Ladung und hält sie durch Kompression zusammen – bei unregelmäßigen Formen entstehen Lücken, in denen die Folie keinen Halt hat. Schrumpffolie schmiegt sich durch die Wärmeschrumpfung an jede Kontur an und fixiert auch vorstehende Ecken und ungleichmäßige Oberflächen.
125 µm und 150 µm: Warum Schrumpffolie so viel dicker ist als Stretchfolie
Stretchfolie arbeitet mit 8–23 µm. Schrumpffolie braucht 125–150 µm – das Zehn- bis Fünfzehnfache. Der Grund liegt im Funktionsprinzip: Stretchfolie wird gedehnt und hält durch dauerhafte elastische Spannung. Dafür muss sie dünn und dehnbar sein. Schrumpffolie wird nicht gedehnt – sie muss als starre Hülle funktionieren, die nach dem Schrumpfen ohne Spannung in Form bleibt. Dafür braucht sie Materialstärke.
Die 150-µm-Halbschlauchfolie ist die robustere der beiden Varianten: mehr Durchstoßfestigkeit, mehr Reißreserve, besser geeignet für scharfkantige Ladung und Freiluftlagerung. Die 125-µm-Schrumpfhauben sind etwas dünner – ausreichend für Standard-Europaletten mit gleichmäßiger Kartonbeladung, aber weniger Reserve bei Scharfkanten und extremen Transportbedingungen.
Biaxiale Schrumpfung: Gleichmäßig in alle Richtungen
Unsere Schrumpffolien schrumpfen biaxial – sie ziehen sich sowohl in Längs- als auch in Querrichtung zusammen, wenn sie erhitzt werden. Das unterscheidet sie von monoaxial schrumpfenden Folien, die sich nur in eine Richtung zusammenziehen und in der anderen Richtung Falten werfen.
Biaxiale Schrumpfung sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis: Die Folie legt sich von allen Seiten gleichzeitig an die Palettenkontur an – keine Spannungsunterschiede, keine einseitigen Falten, keine Bereiche, die straff sitzen, während andere locker hängen. Die glatte Außenseite bleibt auch nach dem Schrumpfen glatt, was die Stapelbarkeit geschrumpfter Paletten verbessert (keine Folienfalten, die aneinander haften oder verrutschen).
Verarbeitung: Der Schrumpfprozess Schritt für Schritt
Unabhängig davon, ob Halbschlauch oder Schrumpfhaube verwendet wird – der Schrumpfprozess selbst ist identisch:
Folie aufziehen. Halbschlauch: Von der Rolle abrollen, auf die gewünschte Länge zuschneiden (Palettenhöhe + Deckelfläche + Überstand unten), den Schlauch über die Palette stülpen. Schrumpfhaube: Haube aus dem Stapel nehmen, über die Palette ziehen. In beiden Fällen liegt die geschlossene Seite (Faltung beim Halbschlauch, Oberseite bei der Haube) oben auf der Palette.
Schrumpfbrenner ansetzen. Mit einem RIPACK-Schrumpfbrenner (gasbetrieben, 34–80 kW je nach Modell) die Folie erhitzen. Von oben beginnen – die Oberseite fixiert sich zuerst und hält die Folie in Position. Dann die Seiten von oben nach unten bearbeiten: Den Brenner in ca. 20–30 cm Abstand gleichmäßig über die Folie führen. Die Folie zieht sich sichtbar zusammen und legt sich an die Palettenkontur an.
Ecken und Falten nacharbeiten. An den Palettenecken und an den Übergängen zwischen Oberseite und Seiten liegt die Folie in Falten. Diese Falten brauchen gezielt Hitze, um sich glatt zu schrumpfen. Leistung bei Bedarf reduzieren, um die Folie in den Falten nicht zu durchschmelzen.
Unteren Rand fixieren. Der untere Folienüberstand schrumpft um den Palettenfuß – bei ausreichendem Überstand (ca. 10–15 cm) zieht sich die Folie unter die Palette und fixiert die Hülle am Fuß. Bei zu wenig Überstand: Den Rand mit einem kurzen, gezielten Brennerstoß nach innen schrumpfen.
Eine Standard-Europalette ist bei geübter Handhabung in 2–5 Minuten fertig geschrumpft (Halbschlauch 3–5 Min. inkl. Zuschnitt, Schrumpfhaube 2–3 Min. ohne Zuschnitt). Nach einem halben Tag hat jeder Mitarbeiter den Abstand, die Geschwindigkeit und die Leistungseinstellung im Gefühl.
Schrumpfgeräte: Was gebraucht wird
Schrumpffolie braucht Hitze – und die kommt aus einem gasbetriebenen Schrumpfbrenner. Im Sortiment (Kategorie: Wickelgeräte und Schrumpfgeräte) finden sich zwei RIPACK-Modelle:
Das RIPACK 2500 (34–60 kW) ist der Standard für bis zu ca. 20–30 Paletten am Tag. Patentierte Kaltdüse (Brennerkopf bleibt kühl), Securipack-Druckregler (automatische Gasabschaltung bei Störung), unter 85 dB(A). Für die meisten Schrumpfanwendungen mit Standard-Folien und Standard-Paletten.
Das RIPACK 3000 (45–80 kW) ist das Leistungsupgrade: 33 % mehr Maximalleistung, drehbarer Gasanschluss (kein Schlauchwirren), Dual-Material-Griff für Dauereinsatz, optionale Verlängerungsstangen für hohe Paletten. Für dicke Folien, große Paletten und Betriebe, die mehr als 20 Paletten am Tag schrumpfen.
Dazu jeweils ein Gasflaschenwagen (Modell 936 kompakt oder Modell 932 großformatig), der Propangasflasche und Brenner mobil und kippsicher zusammenhält. Und für das RIPACK 3000 eine ergonomische Armstütze, die die Handgelenkbelastung bei Dauereinsatz reduziert.
Die Gesamtinvestition für ein komplettes manuelles Schrumpfsystem (Schrumpfbrenner + Gasflaschenwagen + erste Folienrolle) liegt deutlich unter der Investition für eine Wickelmaschine – Schrumpfen ist die günstigere Einstiegsinvestition in maschinelle Palettensicherung, wenn das Volumen für eine Wickelmaschine noch nicht reicht.
Wann manuelles Schrumpfen an seine Grenzen stößt
Das RIPACK-System ist eine manuelle Lösung: Ein Mitarbeiter, ein Brenner, eine Palette nach der anderen. Bei 2–5 Minuten pro Palette und einem achtstündigen Arbeitstag liegt die praktische Obergrenze bei ca. 40–60 Paletten am Tag (wenn ausschließlich geschrumpft wird, ohne andere Aufgaben). In der Realität, mit Pausen, Rollenwechseln und anderen Aufgaben, liegt die sinnvolle Grenze bei ca. 30 Paletten am Tag.
Darüber hinaus lohnt sich der Blick auf Schrumpftunnel-Anlagen: Die Palette fährt auf einem Förderband durch einen beheizten Tunnel, die Folie schrumpft automatisch und gleichmäßig, ohne manuelles Führen des Brenners. Schrumpftunnel sind eine erhebliche Investition, amortisieren sich aber bei Volumina über 40–50 Paletten am Tag durch die Zeitersparnis und die gleichmäßigere Schrumpfqualität.
Schrumpffolie und Nachhaltigkeit
Schrumpffolie ist dicker als Stretchfolie – pro Palette wird mehr Kunststoff eingesetzt (125–150 µm statt 8–23 µm). Das ist physikalisch unvermeidlich: Die geschlossene Hülle und die Formstabilität brauchen Materialstärke, die eine dünne Stretchfolie nicht liefern kann. Der Nachhaltigkeitsvorteil liegt nicht im Materialverbrauch, sondern in der Schutzleistung:
Weniger Transportschäden. Eine geschrumpfte Palette übersteht raue Transportbedingungen besser als eine gestretchte – weniger Beschädigungen, weniger Retouren, weniger Ersatzlieferungen. Jede verhinderte Retoure spart die CO₂-Bilanz des Rücktransports plus die Entsorgung der beschädigten Ware.
Langzeitlagerung ohne Nachwickeln. Stretchfolie, die nach Monaten ihre Spannung verliert, muss nachgewickelt werden – zusätzlicher Materialeinsatz. Schrumpffolie bleibt formstabil – kein Nachschrumpfen, kein zusätzlicher Folienverbrauch über die Lagerdauer.
Alle Schrumpffolien im Sortiment bestehen aus sortenreinem PE und sind vollständig recycelbar. Die Schrumpfhauben tragen das Resy-Symbol für lizenzierte Transportverpackungen – der Entsorgungsweg ist für den Empfänger eindeutig gekennzeichnet.
Technische Daten im Überblick
| Parameter | Halbschlauch | Schrumpfhaube |
|---|---|---|
| Material | PE (LDPE) | PE (LDPE) |
| Folienstärke | 150 µm | 125 µm |
| Format | 4.200 mm breit, 100 m Rolle | 1.250/850 x 1.600 mm, vorgeformt |
| Schrumpfung | Biaxial | Biaxial |
| Farbe | Transparent | Transparent (mit Resy-Symbol) |
| Verarbeitung | Schrumpfbrenner oder Schrumpftunnel | Schrumpfbrenner oder Schrumpftunnel |
| Recycelbar | Ja (PE) | Ja (PE) |

