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Wann reicht normales Packband nicht mehr aus?

Standard-Klebebänder aus PP oder PVC sind für den Verschluss von Kartons konzipiert – sie halten Deckellaschen zusammen. Sobald aber Kräfte ins Spiel kommen, die über den normalen Kartonverschluss hinausgehen, versagen sie: beim Bündeln schwerer Rohre und Profile, bei der zusätzlichen Sicherung von Kartons gegen Transporterschütterungen, beim Verschluss von scharfkantigem Packgut oder beim Versand von Gefahrgut, das besondere Anforderungen an die Reißfestigkeit stellt.

Genau für diese Anwendungen sind Spezialklebebänder entwickelt worden. Sie ersetzen in vielen Fällen aufwändigere Sicherungsmethoden wie Stahlband-Umreifung oder Kunststoffbandschraubverbindungen – mit dem Vorteil, dass sie schneller zu verarbeiten und rückstandsfrei zu entfernen sind.

Filamentklebeband – die Zugfestigkeit von Glasfaser auf der Rolle

Filamentklebeband besteht aus einer PP-Trägerfolie, in die kontinuierliche Glasfaserfilamente eingebettet sind. Diese Verstärkung gibt dem Band eine Zugfestigkeit, die ein normales Packband um ein Vielfaches übersteigt. Gleichzeitig bleibt es flexibel genug, um sich Konturen und Kanten anzupassen.

Je nach Ausführung unterscheidet man zwei Verstärkungsarten:

  • Längsverstärkt: Die Glasfasern verlaufen in Bandrichtung. Das ergibt eine extrem hohe Zugkraft und eignet sich zum Bündeln langer Güter wie Rohre, Leisten und Profile sowie zur Verstärkung von Kartonverschlüssen bei schweren Sendungen.
  • Kreuzverstärkt (Cross-Link): Glasfasern in Längs- und Querrichtung verhindern, dass das Band in beliebiger Richtung einreißen kann. Diese Variante ist die richtige Wahl bei scharfkantigem Packgut und oft Voraussetzung für den Gefahrgutversand.

Wir führen Filamentklebeband in 120 µm Gesamtdicke und transparent, erhältlich in 19 mm, 50 mm und 75 mm Breite – je nach Anwendung vom schmalen Bündelband bis zur breiten Verstärkung über die gesamte Kartonbreite.

Strappingklebeband – Kartons und Bauteile gegen Transportkräfte sichern

Strappingklebeband (auch Strapping Tape) ist ein schmales, hochreißfestes Band aus monoaxial orientiertem Polypropylen (MOPP). Anders als Filamentband, das mit Glasfasern verstärkt wird, bezieht Strappingband seine Festigkeit aus der gerichteten Molekülstruktur des Trägermaterials – es ist in Längsrichtung extrem dehnungsarm und zugfest.

Typische Einsatzgebiete sind die zusätzliche Sicherung von Kartonverschlüssen bei schweren Paketen, die Fixierung von beweglichen Geräteteilen während des Transports (z. B. Schubladen in Kühlschränken, Türen an Schaltschränken) und das Bündeln mehrerer Packstücke zu einer Versandeinheit. Ein entscheidender Vorteil gegenüber Stahlband oder Kunststoff-Umreifung: Strappingklebeband lässt sich rückstandsfrei und ohne Werkzeug entfernen.

Unser PP-Strappingklebeband ist in orange erhältlich – die Signalfarbe sorgt dafür, dass die Sicherung beim Wareneingang sofort erkannt und bewusst entfernt wird, statt versehentlich übersehen zu werden.

Filament vs. Strapping – welches Band wofür?

Kriterium Filamentklebeband Strappingklebeband
Verstärkung Eingebettete Glasfaserfäden Monoaxial orientiertes PP (MOPP)
Hauptfunktion Bündeln, Verstärken, Gefahrgutsicherung Fixieren, Sichern, Zusammenhalten
Reißfestigkeit Sehr hoch (Glasfaserverstärkung) Hoch (gerichtete Polymerstruktur)
Verfügbare Breiten 19 mm, 50 mm, 75 mm Schmalband (typisch 19 mm)
Rückstandsfreie Entfernung Bedingt Ja
Typischer Einsatz Schwere Rohre, Profile, Gefahrgut Geräteteile fixieren, Kartons zusätzlich sichern

Häufige Fragen zu Spezialklebebändern

Kann Filamentklebeband einen Kartonverschluss ersetzen?

Filamentband wird in der Regel ergänzend zum normalen Packband eingesetzt, nicht als Ersatz. Es verstärkt den Verschluss bei schweren Sendungen oder sichert scharfkantige Stellen, an denen ein normales PP-Band reißen würde. Für den Standardverschluss bleibt PP- oder PVC-Klebeband die bessere Wahl.

Ist Filamentklebeband für Gefahrgut vorgeschrieben?

Ob Filamentband vorgeschrieben ist, hängt von der Gefahrgutklasse und den Transportvorschriften ab. Kreuzverstärkte Varianten werden häufig eingesetzt, weil sie ein Einreißen des Verschlusses in jede Richtung verhindern. Für eine verbindliche Aussage sollten die konkreten Vorschriften (ADR, IMDG) für Ihr Transportgut geprüft werden.

Warum ist das Strappingband orange?

Die Signalfarbe ist ein bewusster Sicherheitsmechanismus: Sie signalisiert dem Empfänger, dass eine zusätzliche Transportsicherung vorhanden ist, die vor dem Öffnen oder der Inbetriebnahme entfernt werden muss. Bei transparentem oder braunem Band besteht die Gefahr, dass die Sicherung übersehen wird.