Zum Inhalt springen
Schramm B2B-Shop

Schüttpolster: Das älteste und flexibelste Füllmaterial im Versand

Verpackungschips gehören zu den ältesten Füllmaterialien in der Versandlogistik – und zu den einfachsten. Lose Formteile, die in den Karton geschüttet werden, den Hohlraum zwischen Produkt und Kartonwand füllen und die Ware gegen Verrutschen und Stoß sichern. Kein Gerät, keine Steckdose, kein Druckluftanschluss, kein Schulungsaufwand. Ein Sack, eine Hand, ein Karton – fertig. Diese Einfachheit ist der Grund, warum Verpackungschips seit über 50 Jahren in jeder Branche eingesetzt werden, vom Elektronik-Großhandel bis zum Ein-Personen-Onlineshop.

Was sich verändert hat, ist das Material. Jahrzehntelang war EPS (expandiertes Polystyrol, umgangssprachlich „Styropor") der einzige Verpackungschip am Markt. Heute gibt es zwei Alternativen: Maisstärke (biologisch abbaubar, pflanzenbasiert) und Recyclingpapier (kunststofffrei, Altpapier-recycelbar). Drei Materialien, eine Funktion – und die Wahl hängt davon ab, was dem Betrieb am wichtigsten ist: Stoßdämpfung, Nachhaltigkeit oder Kunststofffreiheit.

Drei Materialien, drei Profile

EPS – Schramm-Fill

Expandiertes Polystyrol, weiß, ultraleicht (ca. 2 kg pro 500-Liter-Sack). Das Material besteht zu ca. 98 % aus Luft, eingeschlossen in einer geschäumten Kunststoffstruktur. Die höchste Stoßdämpfung aller drei Materialien – bei einem Sturz aus 80 cm Höhe (typische Förderbandkante) reduziert eine 50-mm-Schicht EPS-Chips die Stoßbeschleunigung auf das Produkt um 60–80 %. Formstabil über Monate und Jahre, feuchtigkeitsresistent, abriebarm. Nachteil: Erdölbasiert, statische Aufladung (Chips kleben an Händen und Produkten), Recycling nur bei sortenreiner Sammlung (in der Praxis selten beim Empfänger umgesetzt).

Maisstärke – Schramm-BIOFill

Pflanzenbasiert (Maisstärke), weiß, biologisch abbaubar und kompostierbar unter geeigneten Bedingungen. Die Chips greifen durch ihre Form ineinander und bilden ein verzahnendes Polster – stabiler als lose EPS-Chips, weniger Nachsacken beim Transport. Keine statische Aufladung: sauberes Auspacken ohne Styropor-Konfetti. Nachteil: Feuchtigkeitsempfindlich – die Chips lösen sich bei Wasserkontakt auf. Für feuchte Lager und Seetransport nicht geeignet.

Papier – Flupis

Recyclingpapier, grau, komplett kunststofffrei. Recycelbar mit dem Karton in der Altpapiertonne – der einfachste Entsorgungsweg aller drei Materialien. Die Chips verhaken sich ineinander (verzahnendes Polster) und bieten gute Stoßdämpfung für Standard-Versandgüter. Keine statische Aufladung. Grau statt weiß – die Farbe signalisiert Recyclingmaterial und ist ein visueller Nachhaltigkeits-Indikator beim Auspacken.

Wie Verpackungschips schützen

Der Schutz entsteht auf drei Wegen, die bei allen drei Materialien gleich funktionieren:

Stoßdämpfung. Die Chip-Masse (ob Luft im EPS, Stärkestruktur in Maisstärke oder Papierstruktur) absorbiert die Aufprallenergie eines Stoßes und verteilt sie über eine große Fläche. Das Produkt erfährt nicht den vollen, punktuellen Stoß, sondern eine gedämpfte, verteilte Krafteinwirkung. Der Unterschied zwischen „Produkt prallt direkt auf die Kartonwand" und „Produkt sinkt 20 mm in die Chip-Masse ein und wird sanft abgebremst".

Lagesicherung. Die Chips füllen den Raum um das Produkt und verhindern Verrutschen. Bei einem Richtungswechsel (Paket wird gekippt, geworfen, auf das Förderband geschoben) bleibt das Produkt an seinem Platz. Bei Maisstärke und Papier verstärkt die Verzahnung der Chips diesen Effekt zusätzlich.

Hohlraumfüllung. Der Raum zwischen Produkt und Kartonwand wird vollständig und gleichmäßig ausgefüllt – unabhängig von der Produktform. Ein runder Gegenstand, ein eckiger, ein asymmetrischer: Die Chips passen sich an jede Geometrie an. Kein Zuschneiden, kein Anpassen, kein maßgeschneidertes Polster nötig.

Wann Verpackungschips die richtige Wahl sind

Im Verpackungssortiment gibt es neben Chips auch andere Polster- und Füllmaterialien: Luftpolsterfolie, Schaumstofffolie, Papierpolster-Systeme, Luftkissen, Schaumstoff-Einlagen. Jedes hat seine Stärken. Verpackungschips sind besonders geeignet, wenn:

Der Hohlraum unregelmäßig ist. Bei asymmetrischen Produkten, Mehrartikel-Sendungen oder wechselnden Kartongrößen passen sich Chips an jede Geometrie an – ein Schüttvorgang statt individuelles Zuschneiden.

Kein Gerät vorhanden ist. Chips brauchen keinen Luftkissen-Automaten, keinen Papierpolster-Spender und keinen Schaumstoff-Schneider. Ein Sack genügt – der günstigste Einstieg in professionelles Polstern.

Große Hohlräume schnell gefüllt werden müssen. Bei Kartons mit viel Leerraum (Produkt füllt weniger als 50 % des Kartonvolumens) sind Chips schneller und wirtschaftlicher als einzeln platzierte Luftkissen oder zugeschnittene Schaumstoff-Einlagen.

Die Produktpalette häufig wechselt. Wenn am Packplatz jeden Tag andere Produkte in verschiedenen Kartongrößen verpackt werden, sind Chips das flexibelste Material: ein Produkt für alle Kombinationen.

Chips sind weniger geeignet, wenn: das Produkt sehr schwer ist (über 10 kg – die Chips werden zur Seite gedrückt), eine definierte Polsterposition nötig ist (z. B. Eckschutz bei Möbeln – hier sind Schaumstoff-Ecken besser) oder der Empfänger ein sauberes Auspackerlebnis ohne lose Teile erwartet (hier sind Luftkissen oder Papierfüllmaterial eleganter – wobei Maisstärke- und Papier-Chips deutlich sauberer sind als EPS).

Materialwahl: Nachhaltigkeit, Funktion oder Preis?

Die drei Materialien bedienen drei verschiedene Prioritäten. In der Praxis fällt die Entscheidung fast immer auf Basis eines einzigen Kriteriums:

Funktion zuerst. Wenn maximale Stoßdämpfung, Langzeitlagerung oder Feuchtigkeitsresistenz im Vordergrund stehen → EPS. Das technisch leistungsstärkste Material: leichteste Stoßdämpfung, stabilste Formerhaltung, höchste Feuchtigkeitsresistenz. Für empfindliche Elektronik, Langzeitlagerung im Lager und Seetransport.

Nachhaltigkeit zuerst. Wenn der Betrieb biologisch abbaubare Verpackung anstrebt, pflanzenbasierte Materialien bevorzugt oder Kunden bedient, die „Bio" erwarten → Maisstärke. Nachwachsender Rohstoff, kompostierbar, keine statische Aufladung. Für Naturkosmetik, Bio-Lebensmittel, nachhaltigkeitsorientierte Marken.

Kunststofffreiheit zuerst. Wenn der Betrieb seine gesamte Versandkette kunststofffrei machen will, wenn der Empfänger alles in die Altpapiertonne werfen soll oder wenn der Nachhaltigkeitsbericht „100 % kunststofffrei" dokumentieren soll → Papier. Recyclingpapier, Altpapier-recycelbar, grau als visuelles Signal.

Preis zuerst. Wenn der günstigste Einstiegspreis pro Sack zählt → Maisstärke hat den niedrigsten Einstiegspreis. EPS und Papier liegen etwas darüber, bei Staffelabnahme nähern sich alle drei Materialien preislich an.

Entsorgung beim Empfänger: Der oft vergessene Faktor

Die Materialwahl betrifft nicht nur den Versender, sondern auch den Empfänger – und der entscheidet über die tatsächliche Entsorgung. Was der Empfänger mit den Chips macht, bestimmt die reale Umweltbilanz:

EPS. Der Empfänger sollte die Chips in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne geben. In der Praxis landen die meisten EPS-Chips im Restmüll, weil Endverbraucher sie nicht sortenrein sammeln. Im B2B-Bereich (Empfänger ist ein Betrieb mit Wertstofftrennung) ist die Wiederverwendung oder das Recycling realistischer.

Maisstärke. Der Empfänger kann die Chips in die Biotonne geben, auf den Kompost werfen oder unter fließendem Wasser auflösen. Der einfachste Entsorgungsweg nach Papier – aber nicht jede Kommune akzeptiert Maisstärke-Produkte in der Biotonne (vorher prüfen).

Papier. Der Empfänger wirft die Chips zusammen mit dem Karton in die Altpapiertonne. Kein Sortieren, kein Nachdenken, kein Systemwechsel. Die Altpapiertonne steht in jedem Haushalt und jedem Betrieb – der universellste Entsorgungsweg.

500 Liter pro Sack: Dosierung und Reichweite

Alle drei Materialien kommen im selben Sackformat: ca. 500 Liter, 800 x 800 x 1.600 mm. Sechs Säcke passen auf eine Europalette. Die Reichweite eines Sacks hängt vom Hohlraumvolumen pro Karton ab – bei kleinen Kartons mit wenig Leerraum reicht ein Sack für über 100 Sendungen, bei großen Kartons mit viel Leerraum für 15–20 Sendungen.

Die Dosierung ist manuell: Sack öffnen, Chips in den Karton schütten, leicht verteilen, Produkt einbetten, Karton verschließen. Kein Dosiergerät, kein Fördersystem, keine Automatisierung nötig. Für Betriebe mit über 100 Sendungen pro Tag gibt es automatische Chip-Spender (auf Anfrage) – für die meisten Betriebe reicht die manuelle Dosierung aus dem Sack.

Einsatzbereiche nach Branche

Elektronik und IT. Monitore, Drucker, Server-Komponenten, Verstärker – empfindliche Technik mit hohem Warenwert. EPS für maximale Stoßdämpfung bei hochpreisiger Ware, Maisstärke oder Papier für Standard-Elektronik (Router, Kopfhörer, Ladestationen).

Glas, Keramik und Geschenkartikel. Vasen, Bilderrahmen, Kerzen im Glas, Parfumflakons, Porzellan – bruchempfindliche Ware, die rundum gleichmäßig gepolstert werden muss. Chips füllen den Raum um asymmetrische Formen lückenlos.

Kosmetik und Naturkosmetik. Glastiegel, Flakons, Geschenksets – im Kosmetikversand zählt das Auspackerlebnis. Maisstärke (Bio-Image, kein Kleben) und Papier (kunststofffrei, natürliche Haptik) passen zum Markenauftritt besser als EPS.

E-Commerce und Onlinehandel. Wechselnde Produktgrößen, wechselnde Kartonformate, wechselnde Bestellmengen – Chips sind das flexibelste Füllmaterial für Betriebe, die jeden Tag andere Kombinationen verpacken.

Industrie und Ersatzteile. Ersatzteile, Messgeräte, Werkzeug, Laborequipment – Produkte in Kartons mit viel Leerraum. EPS für schwere, empfindliche Teile und Langzeitlagerung im Ersatzteillager.

Feinkost und Getränke. Glasflaschen, Konfitürengläser, Gewürzsets – Lebensmittel in empfindlichen Behältern. Maisstärke und Papier für den Lebensmittelversand, bei dem Endkunden Wert auf nachhaltige Verpackung legen.

Verpackungschips im Vergleich zu anderen Füllmaterialien

Verpackungschips sind nicht die einzige Option – aber sie sind die flexibelste. Ein kurzer Vergleich mit den wichtigsten Alternativen:

Chips vs. Luftkissen. Luftkissen (z. B. aus AIRmove-Systemen) füllen Hohlräume mit aufgeblasenen PE-Kissen. Vorteil: sauberer, leichter, weniger Einzelteile beim Auspacken. Nachteil: brauchen ein Aufblasgerät (Investition), weniger flexibel bei unregelmäßigen Formen, Kissen können im Transport platzen. Chips brauchen kein Gerät und passen sich an jede Form an.

Chips vs. Papierfüllmaterial. Knüllpapier oder Papierpolster aus dem Spender füllen Hohlräume mit zerknülltem oder gefaltetem Papier. Vorteil: kunststofffrei, sauberes Auspacken, professioneller Eindruck. Nachteil: Papierpolster-Spender als Investition, weniger Stoßdämpfung als EPS-Chips. Für Betriebe ohne Polstergerät sind Chips die einfachere Alternative.

Chips vs. Schaumstofffolie. Schaumstofffolie wird um das Produkt gewickelt – flächiger, eng anliegender Schutz. Vorteil: Kontaktschutz (keine Kratzer, kein Abrieb). Nachteil: füllt keine Hohlräume, muss zugeschnitten werden, kein Schüttvorgang möglich. Chips und Schaumstofffolie ergänzen sich: Folie um das Produkt, Chips in den Hohlraum.

Lagerung der Säcke

Die 500-Liter-Säcke sind groß (800 x 800 x 1.600 mm) – jeder Sack braucht Stellfläche. Sechs Säcke pro Palette, kompakt gestapelt. Für den Packplatz: einen Sack öffnen und griffbereit neben dem Packtisch aufstellen. Die meisten Betriebe haben einen angebrochenen Sack am Packplatz und den Vorrat im Lager. Bei allen drei Materialien: trocken lagern (besonders Maisstärke ist feuchtigkeitsempfindlich). EPS und Papier vertragen normale Lagerbedingungen ohne Einschränkung.

Sonderanfertigungen und Beratung

Die drei Standardmaterialien (EPS, Maisstärke, Papier) decken die häufigsten Anforderungen ab. Für Sonderfälle – antistatische Chips für ESD-sensitive Elektronik, farbige Chips für Markenversand, Großgebinde für Hochvolumen-Betriebe, automatische Dosier- und Fördersysteme – steht das Schramm-Verpackungsteam für individuelle Beratung zur Verfügung. Oft empfiehlt sich auch die Kombination von Verpackungschips mit anderen Polstermaterialien (Schaumstofffolie um das Produkt, Chips in den Hohlraum) – die Verpackungsexperten beraten gern zur optimalen Lösung für den jeweiligen Versandfall.