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Sieben Varianten – eine für jede Anforderung

Das Maschinenstretchfolien-Sortiment ist als Stufenleiter aufgebaut: Von der dicksten, festesten Folie (23 µm, 1.330 m) bis zur dünnsten, längsten (12 µm, 2.650 m). Dazwischen liegt die Bandbreite, die den Großteil aller Palettierungen abdeckt. Ergänzt wird die Reihe durch eine schwarze Variante für Sichtschutz.

Variante Stärke Lauflänge Bruchdehnung Profil
GS-P23 23 µm 1.330 m 347 % Schwerlast – maximale Festigkeit pro Wicklung
GS-P20 20 µm 1.530 m 355 % Allround – der Maschinenstandard
Schwarz 20 µm 1.620 m 295 % Sichtschutz – blickdicht maschinell
GS-P17 17 µm 1.850 m 320 % Erste Optimierung – weniger Material, längere Rolle
GS-P15 15 µm 2.400 m Fortgeschrittene Optimierung
GS-P12 12 µm 2.650 m Maximale Lauflänge – Hochvolumen, leichte Paletten

Von oben nach unten: weniger Folienstärke, mehr Laufmeter pro Rolle, weniger Materialverbrauch pro Palette – aber auch weniger Festigkeit pro Einzelwicklung und engere Anforderungen an die Maschineneinstellung. Die richtige Variante hängt von drei Faktoren ab: Palettengewicht, Oberflächenbeschaffenheit der Ladung und Transportweg.

Warum Maschinenfolie mehr kann als Handfolie in dick

Maschinenstretchfolie ist nicht einfach eine Handfolie auf einer größeren Rolle. Die LLDPE-Formulierung ist spezifisch auf die kontrollierte Vordehnung in einem Wickelmaschinen-Vordehnwerk ausgelegt – gleichmäßigere Molekülstruktur, homogeneres Dehnverhalten, engere Toleranzen. Der Unterschied zeigt sich in drei Bereichen, die bei Handwicklung nicht erreichbar sind:

Kontrollierte Vordehnung

Das Vordehnwerk einer Wickelmaschine besteht aus zwei oder mehr Rollen, die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit drehen. Die Folie wird zwischen den Rollen gestreckt – auf einen exakt definierten Wert, reproduzierbar, bei jeder Palette gleich. Bei Handwicklung schwankt die Dehnung mit der Kraft und der Geschwindigkeit des Mitarbeiters: morgens anders als nachmittags, am Montag anders als am Freitag. Die Maschine eliminiert diese Variable.

Der Effekt auf den Materialverbrauch: Bei maschineller Vordehnung von 150–250 % wird aus einem Meter Folie auf der Rolle 2,5 bis 3,5 Meter wirksame Folie auf der Palette. Bei manueller Dehnung (typisch 30–70 %) nur 1,3 bis 1,7 Meter. Die Maschine erzeugt aus derselben Rolle fast doppelt so viel Palettenwicklung – oder braucht für dieselbe Wicklung nur die Hälfte der Folie.

Konstanter Anpressdruck

Die Wickelmaschine führt die Folie mit programmiertem Druck um die Palette. Keine Schwankung zwischen dem ersten und dem hundertsten Umlauf, kein Nachlassen gegen Ende der Schicht, kein Unterschied zwischen Mitarbeitern. Jede Palette wird identisch gewickelt – gleiche Lagenzahl, gleiche Spannung, gleiche Rückhaltekraft. Für Betriebe mit Qualitätsstandards in der Ladungssicherung (Automotive, Pharma, Lebensmittel) ist diese Reproduzierbarkeit kein Komfort, sondern eine Anforderung.

Programmierbare Wickelprogramme

Moderne Wickelmaschinen speichern Wickelprogramme: Vordehnung, Umlaufzahl, Geschwindigkeit, Verstärkungswicklungen am Fuß und an der Oberkante. Für verschiedene Palettentypen (leichte Kartonpalette, schwere Industriepalette, hohe Palette, niedrige) können unterschiedliche Programme hinterlegt werden. Der Bediener wählt das Programm – die Maschine wickelt. Kein Erklären, kein Einarbeiten, kein Qualitätsverlust bei Personalwechsel.

Der Optimierungspfad: Von dick nach dünn in vier Stufen

Der wirtschaftliche Kern des Maschinenstretchfolien-Sortiments ist der Optimierungspfad: Die meisten Betriebe starten bei 20 µm (dem Standard, der für fast alle Palettentypen funktioniert) und arbeiten sich stufenweise nach unten – zu dünnerer Folie, weniger Materialverbrauch und längeren Rollen. Der empfohlene Pfad:

Stufe Variante Einsparung vs. 20 µm Voraussetzung
Start GS-P20 (20 µm) Referenz Wickelmaschine vorhanden
Stufe 1 GS-P17 (17 µm) Ca. 15 % Gleichmäßige Paletten, eingespielte Maschine
Stufe 2 GS-P15 (15 µm) Ca. 25 % Leichte Paletten, präzise Einstellung
Stufe 3 GS-P12 (12 µm) Ca. 40 % Leichteste Paletten, perfekte Einstellung, Hochvolumen

Jede Stufe spart spürbar Material, erfordert aber gleichmäßigere Paletten und präzisere Maschineneinstellungen. Der Wechsel erfolgt immer nur eine Stufe auf einmal: Eine Rolle der nächsten Stufe bestellen, einen Tag testen, Wickelqualität am Zielort prüfen, dann umstellen oder bei der aktuellen Stufe bleiben. Den Sprung von 20 µm direkt auf 12 µm empfehlen wir nicht – das Risiko von Folienrissen und Fehlwicklungen ist zu hoch.

Die GS-P23 (23 µm) liegt über dem Standard und kommt dann zum Einsatz, wenn die 20-µm-Folie nicht genug Festigkeit oder Durchstoßresistenz bietet: schwere Paletten über 800 kg, scharfkantige Ladung (Metallteile, Holzkisten), Seetransport, offene Ladefläche. Hier wird nicht nach unten optimiert, sondern nach oben aufgestockt.

Wickelmaschinentypen und Folienkompatibilität

Alle sieben Maschinenstretchfolien sind für Wickelmaschinen mit Vordehnwerk und 500-mm-Rollenaufnahme konzipiert. Die drei gängigsten Maschinentypen:

Drehteller-Wickler

Die Palette steht auf einem drehbaren Teller und dreht sich, während die Folie feststehend abgewickelt wird. Der verbreitetste Maschinentyp in der mittelständischen Industrie: kompakt, günstig, für die meisten Palettenformate geeignet. Die Palette muss mit einem Gabelstapler auf den Drehteller gestellt werden – das Palettengewicht ist durch die Tragfähigkeit des Tellers begrenzt (typisch bis 2.000–2.500 kg).

Dreharm-Wickler

Die Palette steht fest, ein Arm mit der Folienrolle dreht sich um die Palette. Vorteil: Die Palette wird nicht bewegt – wichtig bei instabilen Ladungen, die auf einem Drehteller verrutschen könnten, und bei sehr schweren Paletten (über 2.000 kg), die den Drehteller überlasten würden. Nachteil: Braucht mehr Stellfläche für den rotierenden Arm.

Orbitalwickler

Die Folie wird horizontal um die Palette geführt – die Palette fährt durch einen Ring, der die Folie aufbringt. Für Inline-Integration in Förderstrecken, für horizontales Wickeln (z. B. Türen, Fensterelemente, lange Produkte) und für Hochvolumen-Betriebe, die Paletten im Durchlauf wickeln statt einzeln auf einen Teller zu stellen.

Alle drei Maschinentypen verarbeiten dieselben 500-mm-Maschinenstretchfolien. Die Wahl des Maschinentyps hat keinen Einfluss auf die Folienwahl – der Einfluss geht in die andere Richtung: Die Maschineneinstellung (Vordehnung, Bremskraft, Umlaufzahl) muss an die jeweilige Folienstärke angepasst werden.

Maschineneinstellung: Warum dieselbe Folie auf verschiedenen Maschinen anders läuft

Eine Rolle GS-P20 liefert auf zwei verschiedenen Wickelmaschinen nicht automatisch dasselbe Ergebnis. Die Wickelqualität hängt von der Maschineneinstellung ab – und die ist immer eine Kombination aus Folienstärke, Palettentyp und Maschinenparametern. Die drei wichtigsten Stellschrauben:

Vordehnung

Der Wert, auf den die Folie im Vordehnwerk gestreckt wird, bevor sie die Palette berührt. Höhere Vordehnung = mehr Rückhaltekraft pro Wicklung, aber näher an der Bruchgrenze. Der Startpunkt für eine neue Folie ist immer konservativ (10–15 % unter dem Zielwert), dann schrittweise erhöhen. Bei einem Folienwechsel (z. B. von 20 µm auf 17 µm) muss die Vordehnung zurückgesetzt und neu hochgefahren werden – die dünnere Folie reißt bei der Vordehnung, die für die dickere noch funktioniert hat.

Folienbremse

Der Widerstand, den die Maschine der abrollenden Folie entgegensetzt. Die Bremse kontrolliert, wie straff die Folie auf die Palette kommt. Zu wenig Bremse: Die Folie liegt locker, die Ladungssicherung ist unzureichend. Zu viel Bremse bei dünner Folie: Spannungsspitzen, Abriss. Die Bremskraft muss bei einem Folienstärkenwechsel mitangepasst werden – dünnere Folie braucht weniger Bremse.

Umlaufzahl und Wickelprogramm

Wie oft die Folie um die Palette läuft (rauf, runter, Verstärkungszonen am Fuß und an der Oberkante). Bei dünnerer Folie kann ein zusätzlicher Umlauf nötig sein, um die geringere Festigkeit pro Einzellage durch eine zusätzliche Lage auszugleichen. Trotz des zusätzlichen Umlaufs ist der Gesamtfolienverbrauch niedriger, weil jede Lage dünner ist.

Die Maschineneinstellung ist kein einmaliger Vorgang – sie wird bei jedem Folienwechsel und idealerweise bei jedem neuen Palettentyp überprüft und angepasst. Betriebe, die verschiedene Palettenprofile wickeln, hinterlegen verschiedene Wickelprogramme in der Maschine und wählen bei jeder Palette das passende Programm aus.

Die schwarze Variante: Sichtschutz maschinell

Die schwarze Maschinenstretchfolie (20 µm, 1.620 m) macht die gesamte Wicklung blickdicht – in einem Arbeitsgang, maschinell, reproduzierbar. Der Paletteninhalt ist von außen nicht erkennbar: kein Lesen von Kartonbeschriftungen, kein Identifizieren der Ware, kein Hinweis auf den Warenwert.

Die schwarze Folie hat durch die Rußpigmentierung eine niedrigere Bruchdehnung (295 % statt 355 % bei der transparenten GS-P20) – die Maschine muss konservativer eingestellt werden. Startwert für die Vordehnung: 130–140 % statt 150 %, dann schrittweise erhöhen. Die Ladungssicherung ist bei korrekter Einstellung identisch – nur der Spielraum nach oben ist geringer.

Für Paletten, die strukturelle Schwerlast-Wicklung und Sichtschutz gleichzeitig brauchen, gibt es eine Kombistrategie: Die strukturelle Wicklung (Rückhaltekraft) mit transparenter Folie (bessere Bruchdehnung), dann Rollenwechsel und die äußeren zwei bis drei Lagen mit schwarzer Folie (Sichtschutz). Das erfordert entweder eine Maschine mit Doppelrollenposition oder einen manuellen Rollenwechsel zwischen den Wickeldurchgängen.

Lauflänge und Rollenwechsel: Die wirtschaftliche Dimension

Die Lauflänge steigt mit sinkender Folienstärke: von 1.330 m (23 µm) bis 2.650 m (12 µm). Dünnere Folie braucht weniger Platz auf dem Kern – mehr Meter passen auf eine Rolle. Der wirtschaftliche Effekt: Weniger Rollenwechsel pro Schicht, weniger Maschinenstillstand, höherer Durchsatz.

Variante Lauflänge Paletten pro Rolle (ca.) Rollenwechsel bei 30 Paletten/Tag
GS-P23 (23 µm) 1.330 m 13–22 1–2x pro Tag
GS-P20 (20 µm) 1.530 m 15–25 1–2x pro Tag
GS-P17 (17 µm) 1.850 m 18–30 1x pro Tag
GS-P15 (15 µm) 2.400 m 24–40 Evtl. keiner
GS-P12 (12 µm) 2.650 m 26–44 Evtl. keiner

Die Reichweite pro Rolle hängt vom Palettenformat, der Umlaufzahl und der eingestellten Vordehnung ab – die Werte in der Tabelle sind Richtwerte für Standard-Europaletten (1.200 x 800 mm, 1.500 mm Höhe, 3–4 Umläufe rauf + runter). Bei Schwerlast-Wicklung (mehr Umläufe, Verstärkungszonen) sinkt die Reichweite, bei leichten Paletten mit wenigen Umläufen steigt sie.

Wann die Wickelmaschine sich rechnet

Die Investition in eine Wickelmaschine amortisiert sich über drei Faktoren: Zeitersparnis (30–60 Sekunden maschinell vs. 1–3 Minuten manuell pro Palette), Materialeinsparung (maschinelle Vordehnung nutzt die Folie effizienter) und Qualitätsverbesserung (weniger Transportschäden durch gleichmäßigere Wicklung = weniger Reklamationen).

Die Zeitersparnis allein: Bei 20 Paletten am Tag und einer Differenz von 1 Minute pro Palette spart die Maschine 20 Minuten reine Wickelzeit pro Tag – plus die Entlastung des Mitarbeiters, der in dieser Zeit andere Aufgaben übernimmt. Bei 50 Paletten sind es 50 Minuten.

Die Materialeinsparung: Ein Betrieb, der von Handstretchfolie (20 µm, manuell gedehnt) auf Maschinenstretchfolie (17 µm, maschinell vorgedehnt) umstellt, spart doppelt: dünnere Folie (15 % weniger Material) plus effizientere Dehnung (30–50 % weniger Rollenmaterial pro Palette). In der Summe: 40–60 % weniger Folienverbrauch pro Palette. Bei einem Betrieb mit 30 Paletten am Tag und 250 Arbeitstagen sind das bei konservativer Rechnung mehrere hundert Kilogramm PE pro Jahr.

Maschinenstretchfolie lagern und handhaben

Maschinenstretchfolien-Rollen sind schwerer und größer als Handrollen – bis zu 15 kg Rollengewicht, bis zu 2.650 m Lauflänge. Die Lagerung erfolgt stehend auf dem Kern (nicht liegend, sonst kann die Rolle verformen) in trockener Umgebung, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung kann LLDPE über Monate degradieren) und bei Raumtemperatur. Nicht unter 5 °C lagern – kaltes LLDPE wird steifer und kann bei maschineller Verarbeitung zu Anlaufschwierigkeiten führen.

Das Einlegen der Rolle in die Wickelmaschine erfordert je nach Maschinentyp 15–60 Sekunden: Alte Rolle abziehen, neue Rolle auf den Dorn schieben, Folienanfang in das Vordehnwerk einfädeln, Maschine starten. Bei den dünneren Folien (12–15 µm) ist das Einfädeln etwas empfindlicher – die dünne Folie kann beim ersten Anlauf reißen, wenn die Vordehnung zu hoch eingestellt ist. Empfehlung: Beim Rollenwechsel die Vordehnung kurz zurücknehmen, Folie einfädeln, dann auf den Arbeitswert hochfahren.

Alle Varianten auf einen Blick: Gemeinsame technische Daten

Parameter Wert
Material LLDPE (lineares Polyethylen niedriger Dichte)
Breite 500 mm (alle Varianten)
Folienstärken 12 µm, 15 µm, 17 µm, 20 µm, 23 µm
Lauflängen 1.330 m bis 2.650 m (je nach Variante)
Arbeitsdehnung 150 % (alle Varianten)
Farben Transparent (6 Varianten), Schwarz opak (1 Variante)
Verarbeitung Maschinell (Wickelmaschine mit Vordehnwerk)
Maschinenkompatibilität Alle Wickelmaschinen mit 500-mm-Aufnahme
Recycelbar Ja (sortenreines PE)